Masutatsu Ōyama (大山 倍達 Ōyama Masutatsu; 27 Juli, 1923 – 26 April, 1994), auch bekannt als Mas Oyama, war der Begründer von Kyoksuhin Karate, was der erste moderne Vollkontakt-Karate-Stil war und der bekannteste ist.

Seine Kindheit

Oyama wurde als Choi Young-Eui (최영의) in Gimje, South Korea, während der Besatzung durch Japan geboren. Als Junge wuchs er in China bei seiner Schwester auf, wo er mit 9 auch mit dem Kampfsport begonnen hat. Ein Bauer, der auf der Farm seiner Schwester gearbeitet hat, war sein erster Trainer.

Im März 1938 folgte Oyama seinen Bruder nach Japan, um dort an der Pilotenschule sich einschreiben zu lassen. Zu dieser Zeit in Japan hat er auch seinen koreanischen Namen abgelegt und seinen japanischen Namen nur noch verwendet, unter dem er bekannt ist.

Oyama lernt Karate kennen

1946 begann Oyama mit dem Studium der Sportwissenschaften an der Waseda University School of Education. Dort suchte er nach einer guten Trainingsmöglichkeit im Kampfsport. Mit dem Wunsch und Willen bei den Besten zu trainieren, suchte er das Shotokan Karate Dojo auf, was von Gigō Funakoshi, dem zweiten Sohn des Begründers vom Shotokan Gichin Funakoshi, geführt wurde. Er fing dort mit dem Training an und startete hier mit der Kunst, die sein ganzes Leben prägen sollte. Allerdings war er als Koreaner noch immer ein Fremder in Japan und hat sich isolierte. Das hat er mit hartem Training verbunden.

Oyama wurde dann an der Takushoku University in Tokyo angenommen und durfte auch als Schüler im Dojo von Gichin Funakoshi selbst trainieren. Dort lernte er zwei Jahre unter diesem Großmeister. Danach trainierte er einige Jahre Gōjū-ryū Karate unter So Bei Chu, einem Meisterschüler von dem Begründer diesen Stils, Chojun Miyagi. Mit So Bei Chu hatte Oyama einen koreanischen Landmann von dem er viel lernen durfte.

Aufgrund der politischen Unruhen in Korea hat Oyama sich dann einer politischen Partei für die Einheit von Korea angeschlossen. Das wurde allerdings nicht gerne von der japanischen Polizei gesehen. Zu dieser Zeit hatte der junge Oyama auch einige andere Probleme. Er zog in Tokio umher und suchte Kämpfe mit der U.S. Militärpolizei. Durch all seine Verluste im Krieg, hat er einen massiven Hass gegen die USA aufgebaut und suchte so seinen Zorn einen Raum zu geben.

Oyama und seine Zeit in den Bergen

Zu dieser Zeit zog sich Mas Oyama in die Berge zurück. So Bei Chu, sein Karatemeister, hat ihm das empfohlen. Zuerst war er dort zusammen mit einem anderen Schüler von ihm, der allerdings von einem Tag auf den anderen diese Einsamkeit verlassen hat. Oyama trainierte weiter mit aller Härte und wurde immer mehr durch diese Zeit geformt. Neben dem Training hat ihn in der Zeit ein Buch von Miyamoto Musashi, einem Schwertkämpfer, stark geprägt.Nach 14 Monaten kam er dann als gestärkter und gehärteter Karateka nach Tokio zurück. Länger konnte er dort nicht bleiben, weil seine finanziellen Unterstützer aufgehört haben ihn zu unterstützen. Nach dem Erfolg bei den Japanese National Martial Arts Championships konnte er sich allerdings erneut für 18 Monate für das Training in die Berge zurückziehen.

Die Geburtsstunde vom Kyokushin

1953 hat Oyama dann sein erstes Dojo mit dem Namen „Oyama Dojo“ in Tokio eröffnet. Von dort reiste er durch ganz Japan und die Welt um sein Karate zu demonstrieren. Dabei hat er die legendären Kämpfe mit Bullen gemacht, die er mit der bloßen Hand getötet hat.

Das war der Anfang vom Kyokushin Karate, was schnell als hartes, realistisches Karate bekannt wurde. Der Name Kyokushin sollte diesen modernen Stil genau so beschreiben. Übersetzt bedeutet es „die ultimative Wahrheit“. Das Training war hart und sehr anspruchsvoll. Oyama hatte den Ruf ein rauer, aber großartiger Meister zu sein.

Der Ruf vom Kyokushin hat sich im Inland und Ausland rasant verbreitet. Die Schülerzahl wuchs explosionsartig. Viele der heutigen Leiter von Kyokushinverbänden begonnen damals mit dem Training. Zu dieser Zeit, 1964, wurde auch die ‚International Karate Organization Kyokushin kaikan‘ (IKO) gegründet, um die Dojos vom Kyokushin in einem Verband zu vereinen. Zeitgleich zog Oyama auch mit seinem Dojo um in das sog. Honbu Dojo.

1969 veranstaltete Oyama die ersten All-Japan Full Contact Karate Open Meisterschaften, die eine enorme Welle der Begeisterung in ganz Japan auslöste und seitdem jährlich statt finden. Terutomo Yamasaki war der erste Sieger dieses Turniers. 1975 fanden dann die ersten Weltmeisterschaften für Vollkontakt-Karate in Tokio statt, die seitdem alle 4 Jahre Karatekas aus der ganzen Welt nach Japan ziehen.

Oyama wollte auch mehr und mehr Schulen in Japan und der ganzen Welt fördern. Dafür hat er vertrauenswürdige Trainer gewählt und sie in die verschiedensten Städte Japans und der Welt geschickt. Darunter war auch Hideyuki Ashihara, der Begründer vom Ashihara Karate.

Seitdem begann der weltweite Erfolg vom Kyokushin. In der ganzen Welt gibt es Dojos, die auf Das Oyama’s Karate zurückgehen. Egal ob Kyokushinkai, Kyokushinkan, Shinkyokushin, Ashihara, Enshin, Seidokan oder ein anderer Vollkontakt-Karate-Stil: sie alle haben ihren Anfang bei Oyama.